Der Lockdown 2.0 und die Folgen für die Automobilindustrie

Vor einigen Jahren ging ein Riesenaufschrei durch die Automobilwelt als der Dieselskandal bekannt wurde. Wie in Stein, der ins Wasser fällt, zog der auch als Dieselgate bekannt gewordene Skandal durch die Fachzeitschriften und war in aller Munde. Besonders in den USA wurden hohe Klagen an deutsche Automobilhersteller angestrengt, letztlich offenbarte sich, dass mehrere Automobilhersteller die Abgassoftware manipuliert haben.

Ende letzten Jahres führte die Sammelklage dann zu einem Abschluss der Streitigkeiten. Ironischerweise zu einem Zeitpunkt, als das Corona Virus seinen Anfang in Wuhan nahm. In Europa und der restlichen Welt verbreitetet sich das Corona Virus bekanntermaßen im Frühjar 2020, um Karneval herum.

Miliardenverluste aufgrund von nicht produzierten Kraftfahrzeugen

Im ersten Corona Lockdown während des Frühjahrs wurde die gesamte Wirtschaft nahezu lahmgelegt. Ausnahmen bildeten die sogenannten „systemrelevanten Zweige“, wie der Lebensmitteleinzelhandel, der Güterverkehr (LKW Transporte) und medizinische Einrichtungen. Die Autohäuse waren, wie sonstige, nicht systemrelevante Geschäfte geschlossen. Doch das war nicht der einzige Grund. Bedingt durch durch die Neuartigekeit des Covid-19 waren viele Konsumenten sehr zurückhaltend – was vor dem Hintergrund der unsicheren Arbeitsplatzsituation nur allzu gut nachvollziehbar ist.

Corona als Zäsur? Auch in der Automobilindustrie?

Mittlerweile vereinen sich die Stimmen, welche die Covid-19 Pandemie als eine Zäsur der neueren Geschichte sehen. Ähnlich wie 9/11. Auf wirtschaftlicher Ebene zeigt bzw. zeigte sich die Fragilität der extrem globalisierten Weltindustrie sehr deutlich – nicht nur in der Arzneitproduktion. Auch in Europa kam es bis zur Jahresmitte aufgrund der Zuliefererpolitik der Autohersteller zu insgesamt fast 2.500.000 nicht produzierter – und damit auch nicht verkaufter – Autos.

Das Kraftfahrt Bundesamt in Flensburg bestätigt die Evidenz dieser Statistik. Während die Trendverläufe in den Jahren 2018 und 2019 nahezu identisch waren, kam es im April 2020 zu einem massiven Einbruch bei den Kfz Neuzulassungen. Danach kann eine stetige Steigerung mit einem Peak im Juli festgestellt werden, wonach die Zulassungzahlen danach wieder sanken. Trotz temporärer Senkung der Mehrwertsteuer von 19% auf 16%. Möglicherweise waren die Konsumausgaben im Sommer anderweitig adressiert: etwa für den ersehnten Sommerurlaub. Möglicherweise war die Konsumbereitschaft für den Kauf eines neuen Autos, sei es nun ein Diesel, Benziner oder ein Elektroauto noch immer gehemmt, trotz konjunkturpolitscher Maßnahmen seitens der Bundesregierung.

Fazit: es bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen bis zum Jahresende 2020 noch entwickeln werden. Wahrscheinlich ist, dass der Trend zu Elektroautos anhalten wird. Ob sich dieser jedoch auch in der Quantität niederschlägt, dass wird erst nach dem Lockdown messbar sein.

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